Deutsch lernen mit Spaß und Fantasie

Das Deutschatelier der ManuSkriptur

Deutsch lernen mit Spaß und Fantasie

Feiern Sie mit!

Deutsch lernen

Heute ist der Tag der Muttersprache.

Häufig habe ich mir schon überlegt, warum es eigentlich im Deutschen Muttersprache und Vaterland heißt. Es könnte doch auch umgekehrt heißen: Vatersprache und Mutterland? Wie ist der Sprachgebrauch in anderen Ländern?

Wie auch immer… Unsere Muttersprache prägt uns von Anfang an. Schon Säuglinge können erkennen, ob ihr Gegenüber die Mutter- oder eine fremde Sprache spricht. Hierfür hat man Neugeborene sowohl die Sprache, die es vor allem im Mutterbauch gehört hat, vorgespielt und zum Vergleich eine Fremdsprache. Wenn das Säuglinge die Muttersprache hörte, hat es schneller genuckelt. Es kann die Muttersprache anhand des Intonationsmuster erkennen. Und dies – interessanter Weise – sogar, wenn es zwei „Muttersprachen“ hat. Also die Mutter eine andere Sprache spricht, als eine weitere häufig anwesende Person.

Ab dem 4. Monat können Kinder auch an den Mund- und Gesichtsbewegungen erkennen, ob die Muttersprache gesprochen wird. In einsprachigen Familien verlieren die Kinder diese Fähigkeit mit acht Monaten; bei bilinguale oder mehrlingualen Kindern bleibt diese Fähigkeit erhalten.

Kinder, die in zwei- oder mehrsprachigen Familien aufwachsen, erwerben eine hohe Sprachkompetenz. wenn die Sprechentwicklung auch manchmal etwas holprig beginnt. Um zwei Sprachen von Anfang an parallel zu lernen, ist es wichtig, dass Kinder in beiden (oder mehreren) Sprachen „baden“. Sie müssen mit ihnen in etwa gleichem Maße zu tun haben. Und da Lernen immer stark emotional geprägt ist, ist es für Kinder wichtig, dass die jeweiligen Bezugsperson jeweils „ihre Muttersprache“ sprechen – so können Kinder dann schon schnell die Sprachen voneinander unterscheiden.

Eine Doppelstunde Chinesisch im Kindergarten hat nicht diesen Effekt. Kinder lernen bis zum sechsten Lebensjahr ihre Muttersprache. Wer in diesem Zeitraum jeweils zur Hälfte mit zwei Sprachen groß wird, lernt diese beiden Sprachen im gleichen Bereich des Gehirns. Ab dem 7. Lebensjahr gelangt eine neue Sprache in ein anderes Netzwerk des Gehirns. Ab diesem Alter wird jede neue Sprache lerntechnisch gesehen eine „Fremdsprache“.

Die Muttersprache ist etwas ganz Besonders und begleitet uns ein Leben lang. Sie prägt uns, sie ist entscheidend für unsere Identität und unsere kulturelle Zugehörigkeit. Deshalb ist sie mehr als nur eine von rund 6000 Sprachen, die weltweit gesprochen werden. So viele Sprachen gibt es nämlich.

Doch: Rund alle vierzehn Tage geht eine Sprache verloren. Die UNESCO setzt sich deshalb dafür ein, dass Sprachen in ihrer ganzen Vielfalt erhalten bleiben. Zur Feier der Sprachenvielfalt organisiert sie jährlich am 21. Februar den Welttag der Muttersprache.

Es gibt 6000 Sprachen weltweit - jede wird anders geschrieben
Bild von Hanna Wright on Unsplash

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.